Kulturpark München

Chronik

1926 hat Karl Zängl ganz andere Gründe, in München etwas aufzubauen, als sein Sohn fast 50 Jahre später. Nach einer Kriegsverletzung im ersten Weltkrieg kann Karl Zängl nicht mehr in seinem alten Beruf als Bäcker arbeiten.

Hauptgebäude um 1950

Hauptgebäude um 1950

1924 hat sein Bruder ein Patent zum Vulkanisieren beschädigter Autoreifen angemeldet. Daraus entwickelte sich eine Geschäfts-Idee.
1926 stirbt der Bruder, und Karl Zängl baut den Betrieb auf. Nach dem ersten Weltkrieg hat das Kraftfahrzeug eine ungeahnte Entwicklung angetreten, und zu dem Kraftwagen gehört die Luftbereifung: Sie ist nicht nur ein wesentliches Zubehör, sondern auch ein teures. Deshalb entsteht mit der Entwicklung des Autos der Wunsch, den beschädigten Reifen zu reparieren. Die Firma Zängl entwickelt und baut die dafür nötigen Maschinen. Ein neuer Industriezweig gewinnt mehr und mehr an Bedeutung.

arbeiter

Die Werkshalle, heute Weinhandlung

1936 beginnt der Bau einer größeren Fabrik. Die Fabrikation von Reifen-Runderneuerungs-und Reparatur-Einrichtungen erfordert viel Platz. Anfangs steht das Hauptgebäude allein auf weiter Flur. Ein Wohngebiet existiert noch nicht.

bombe

Bombenschaden im 2.Weltkrieg

1954 wird der Betrieb vergrößert: Eine neue Montagehalle 78 m lang und 4 Kranbahnen von je 3 Tonnen Tragkraft kommen hinzu (heute Wohnblock Frohschammerstr. 12).

wzaengl_0

Junior Wolfgang Zängl 1957

1962 Produktionsaufnahme im Zweigwerk bei Cham. Zu dieser Zeit arbeiten etwa 200 Beschäftigte in der Frohschammerstraße.
1967 Gründung der Firma Zängl GmbH durch Maria Zängl; die Produktion war bis 1993 im 1. Stock des Hauptgebäudes.
1970 Schließung der Firma Zängl Vulkanisiermaschinenbau. In die zwei Erdgeschoss-Hallen des Hauptgebäudes zieht ein Möbellager ein, in das Nebengebäude ein Tiefkühlkost-Händler.

alteateliers

Neben-Gebäude, heute Ateliers

1977 Gründung der Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. durch Wolfgang Zängl, Sylvia Hamberger und weitere Natur- und Sozialwissenschaftler. Die Gesellschaft mietet den rückwärtigen Teil des damals weitgehend leer stehenden Dachgeschosses, in das auch der Raben Verlag einzieht. Damit beginnt die Umgestaltung des Geländes; Gebäude werden renoviert, der Hof wird begrünt, die Struktur ändert sich. Als nächste kommen die Malerin Carin E. Stoller und die Keramikerin Marijanca Ambos und wandeln eine ehemalige LKW-Garage in ein Atelier um. York von Wittern und Freunde bauen die alte Aluminiumgießerei zu einem Rockmusik-Keller um.
1988 Im fertig renovierten Nebengebäude zieht der Fachbereich Gestalten der Münchner Volkshochschule ein. In das Dachgeschoss des Hauptgebäudes ziehen Ökologiegruppen ein. Die zwei großen Hallen des Erdgeschosses beziehen die Edition Spangenberg und die Weinhandlung Garibaldi.

vhsfest

Einweihung Fest VHS

1992 Im frei gewordenen Rückgebäude wird im 1. Stock Büroraum in Wohnraum rückverwandelt.
1994 Erstmals ist das gesamte Gelände an verschiedene ökologische und handwerkliche, künstlerische und kulturelle Nutzer vermietet.
1996 Preis der Landeshauptstadt München
für vorbildliche Hofbegrünung.
1997 Fertigstellung des Restaurants „La Casina“ in der ehemaligen Trafostation und einer Garage.

baucas1

Baustelle La Casina

1998 Montage der Photovoltaikanlage mit 2,2 KW (Betreiber: Mütter gegen Atomkraft); Einrichtung einer Werkstatt für Metallbearbeitung durch die Münchner Volkshochschule.
2004 Mieterwechsel im EG links im Rückgebäudes. Die Räume werden saniert, ein neuer Holzboden verlegt. h3a kann einziehen. Der Greenpeace-Keller bekommt einen neuen Anstrich und einen Holzparkettboden.
2008 Sanierung der Architektur-Büros Ambos und Weidenhammer. Im Hauptgebäude werden die Sanitärenanlagen erneuert.

rruckblume

Das Rückgebäude

2009 Erweiterung der VHS für Gestaltung. Die Druckwerkstatt zieht um in den 1. Stock vom Hauptgebäude, hier ist jetzt auch Platz für die VHS-Schreibwerkstatt. Die Keramik-Werkstatt der VHS wird im EG eröffnet. Umbau des Heizungssystems im Rückgebäude und ein neuer Boden für die Ökologengruppe Earthlink.

druckwerk

Aufgang Druckwerkstatt

2011 Sanierungen im Hauptgebäude 2.Stock: Büros Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte und Besprechungsraum Pro REGENWALD. Ein Winterquartier für die vielen Topf-Pflanzen ist in Planung. Auf der Rückseite des Hauptgebäudes wird ein größeres Glashaus angebaut.
2012 Vorbereitung zur Umwandlung des KULTURPARKS in eine Stiftung